Die Evangelikalen in Bremen

Die Evangelikalen – sie stehen fest entschlossen hinter Donald Trump, sie unterstützten den Faschisten Bolsonaro auf seinem Weg zum Präsidenten Brasiliens, in einigen afrikanischen Ländern machen sie Jagd auf Schwule, sie organisieren die Märsche für das Leben und wettern gegen den „Genderwahn“. Sie lesen die ganze Bibel als wörtliche Anleitung für das Leben. Die Ehe für alle ist ihnen ein Greul. Ulrich Parzany, Peter Hahne und Olaf Latzel sind einige ihrer Aushängeschilder.

 Bremen gilt als ihre norddeutsche Hochburg. Wer sind die Evangelikalen in Bremen, wie sind sie organisiert und wer von ihnen sitzt in Bürgerschaft und Parteien?
Eine erste Analyse.

Als Evangelikale werden gemeinhin besonders bibeltreue, konservative evangelische Christen bezeichnet. Innerhalb der weltweiten evangelischen Glaubensrichtung bilden die Evangelikalen die absolute Mehrheit. Die Evangelikalen sind in örtlichen Allianzen bis hin zur weltweiten Evangelischen Allianz, dem Zusammenschluss oder Netzwerk der Evangelikalen, organisiert. Von ca. 720 Millionen evangelischen Christen gehören etwa 630 Millionen zu den Kirchen innerhalb der Evangelischen Allianz. Die wohl bekanntesten evangelikalen Kirchen sind die Pfingstkirchen und die Baptisten.
Gegen zahlreiche ihrer Kirchenverbände ist die katholische Kirche noch moderat konservativ. Die besonders missionarischen und reaktionären Vorstöße kommen in der Regel aus den Reihen der Evangelikalen.

Relativ liberale Positionen sind eine Besonderheit einiger nordeuropäischer evangelischer Kirchen. Weltweit stellen sie damit eine kleine Minderheit innerhalb der evangelischen Weltkirchen dar. Daraus resultiert auch die zweite Besonderheit, dass die konservativen Kirchengemeinden innerhalb der EKD gleichzeitig auch der Evangelischen Allianz angehören. Vier bis fünf deutsche evangelische Landesbischöfe sind dem evangelikalen konservativen Spektrum zuzurechnen. Insgesamt gibt es ca. 1,3 Millionen Mitglieder der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) mit Schwerpunkten in Sachsen und Baden Württemberg und auch regional in Hessen, Mecklenburg Vorpommern und Bremen.
Die DEA ist ein Zusammenschluss von Kirchen innerhalb der EKD und den Freikirchen, Baptisten und Pfingstlern, Methodisten, der Heilsarmee, des CVJMs, um die Bekanntesten zu nennen.

Die Bremische Evangelische Allianz (EVAB) umfasst ca. 70 Gemeinden, Gruppen und Sozialwerke in Bremen. Sie sind in vielen Fragen kein homogener Block. Ihre gemeinsamen Grundpositionen sind in der aktuell überarbeiten Fassung der DEA zusammengefasst. Darüber gibt es weitere Kirchengemeinden, die dem evangelikalen Spektrum zuzurechnen sind wie die Mormonen, in Bremen die Methodisten und zahlreiche Zuwander*innengemeinden, die keinem Verbund angehören und sich überwiegend noch an den Strukturen und Inhalten der Herkunftsländer orientieren. Von den 16 freikirchlichen Pfingstgemeinden in Bremen gehören nur 5 der Evangelischen Allianz an. Die evangelische Allianz hat in den letzten Jahren Zulauf durch zahlreiche neue Kirchengemeinden von Zuwander*innen vor allem aus Westafrika erhalten.

Innerhalb der DEA gibt es das relevante, besonders konservative, bibeltreue Netzwerk „Bibel und Bekenntnis“, angeführt vom Prediger Ulrich Parzany. Zu den Bremer Anhängern gehören die Pastoren Rüdiger Kurz (Abrahamgemeinde Mitglied der BEK) und Olaf Latzel (Martinigemeinde, Mitglied der BEK).
Grundsätze der Deutschen Evangelischen Allianz:

Wir bekennen uns
· Wir glauben an den dreieinen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er hat die Welt
erschaffen, er liebt sie und erhält sie. Darin zeigt er seine Souveränität und Gnade;
· Der Mensch besitzt als Ebenbild Gottes eine unverwechselbare Würde. Er ist als
Mann und Frau geschaffen.
· ….
Die Bibel, bestehend aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments, ist Offenbarung
des dreieinen Gottes. Sie ist von Gottes Geist eingegeben, zuverlässig und höchste Autorität
in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung. (aus: Glaubensbasis der Evangelischen Allianz vom 2. September 1846, überarbeitet 2018)
Demnach ist auch folgende Aussage des Alten Testamentes für Evangelikale eine Richtschnur. Heidnische Völker, die dir nicht dienen wollen, sollen umkommen und ihr Land soll verwüstet werden. (Bibel, Jes 60,12)

Darüber hinaus hat die DEA zu einigen aus ihrer Sicht wichtigen Fragen Positionspapiere erarbeitet.

Deutsche Evangelische Allianz beschließt Leitgedanken zu Ehe und Homosexualität.

Ehe als gute Stiftung Gottes

Die Deutsche Evangelische Allianz hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Frage nach dem Verhältnis des christlichen Glaubens zur Homosexualität beschäftigt. …..
Die Frage nach der Bewertung von Homosexualität wollen wir – wie andere ethische und theologische Fragen – auf der Grundlage der Heiligen Schrift klären. Sie ist für uns das geschriebene Wort Gottes und verbindlicher Maßstab in allen Fragen des christlichen Glaubens und der Lebensführung.

Im Blick auf Homosexualität sind uns drei Kernpunkte wichtig:

1. Menschen sind nach biblischem Zeugnis im Bild Gottes als Mann und Frau geschaffen (1Mose 1, 26.27). Hierin liegt ihre unverwechselbare Identität und Würde. Dem entspricht die Ehe als eine gute Stiftung Gottes, in der Mann und Frau einander ganzheitlich – inklusive der geschlechtlichen
Gemeinschaft – zugeordnet sind (1. Mose 2, 24; Matthäus 19, 4-6; Epheser 5, 31.32). Die eheliche Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau ist lebenslang, exklusiv und offen für Kinder. Sexualität wird immer als Gabe und Aufgabe, Geschenk und Verantwortung zugleich gesehen, die in der durch die Sünde geprägten Welt verantwortlich gelebt werden muss (Römer 12, 2; Galater 1, 4; 1. Johannes 5, 19). Eheloses Leben wird nach biblischem Verständnis als Gabe und vollwertige
Alternative zur Ehe gewertet (1. Korinther 7, 7 – 9).

2. Die in der Bibel beschriebene homosexuelle Praxis ist mit dem Willen Gottes und damit dem biblischen Ethos unvereinbar (3. Mose 18, 22; 20,13; Römer 1, 24 – 27; 1. Korinther 6, 9; 1. Timotheus 1, 10).

Daraus ziehen wir die Schlussfolgerung, dass homosexuelle Partnerschaften der Ehe nicht gleichgestellt werden können. Mit denjenigen, die in Bezug auf Homosexualität anders denken, bleiben wir im Dialog.“ (aus: Erklärung der Evangelischen Allianz vom 29. September 2017 zur Homosexualität)

Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben. (Bibel 3. Buch Mose 20,13)

2 Die Verbindungen zwischen Evangelikalen und der Rechten (AFD und andere)
Erhebliche Verbindungen bestehen zwischen Rechten und Evangelikalen, natürlich auch erzkonservativen Katholik*innen im Forum deutscher Katholiken (Gloria von Turn und Taxis) in inhaltlichen Fragen, vor allem einer ausgeprägten Islamophobie, gegen den sogenannten Genderwahn und damit für das Patriarchat, gegen Schwule und Lesben, gegen die Ehe für alle und für ein absolutes Abtreibungsverbot. Bei den Märschen für das Leben, der „Demo Für Alle“ stehen sie Seit an Seit. Das „Netzwerk Christen in der AfD“ besteht personell überwiegend aus Aktivist*innen von Freikirchen. Die AfD positioniert sich im Bundestag als Vertreterin der in anderen Ländern verfolgten Christenheit.
Ein Beispiel ist die massive mediale Unterstützung des evangelikalen Predigers Olaf Latzel durch das zentrale Ideologieorgan der Rechten, der Jungen Freiheit, aus dem Jahre 2015. Olaf Latzel stand wegen seiner Predigt zur Lobpreisung des einzig wahren Gottes und der damit verbundenen Herabwürdigung anderer Götter in der öffentlichen Kritik. Die Junge Freiheit machte ein ausführliches Interview mit Latzel und der Chefredakteur, Dieter Stein, brachte in einem Kommentar seine Begeisterung für Latzel und seine Positionen zum Ausdruck.
Kommentar Dieter Stein in Junge Freiheit vom 26.2.2015:
Warum bin ich eigentlich noch Mitglied in der evangelischen Landeskirche? Es ist manchmal zum Verzweifeln. Beschäftigen sich Pfarrer, Gemeinden und Amtskirche doch lieber mit Klimawandel, fairem Handel, Gender-Ideologie, Homo-Ehe oder interreligiösem Dialog – statt den Missionsbefehl zu befolgen. Man könnte die Kirchensteuer glatt direkt an Grüne und SPD überweisen.
Wenn es nicht Pastoren gäbe wie Olaf Latzel, der mit einer Brandrede Anfang des Jahres die Bremische Evangelische Kirche und die EKD in Aufruhr versetzt hat. Latzel, der wie der Reformator Martin Luther dem Volk aufs Maul geschaut hat, las seinen Schafen in einer halbstündigen Predigt die Leviten und erinnerte sie daran, daß es für Christen nur einen Gott gibt und die Vermengung oder beliebige Gleichsetzung mit anderen Religionen, zumal dem Islam, unvereinbar ist….Höchste Zeit für eine neue Reformation der Kirche im Geiste Luthers.
Diese geistige Verbundenheit fand ihren Ausdruck auch wiederholt darin, dass führende Vertreter der Evangelischen Allianz, wie DEA Generalsekretär Steeb der JF Interviews gaben bzw. der ehemalige Chefredakteur des Zentralorgans der Evangelikalen „Idea“ Helmut Matthies für die Junge Freiheit Artikel und Kommentare verfasste.
Die Evangelikalen schwimmen im Geld. Zu ihren Sponsoren und Förderern gehören etwa der Schuhkettenbetreiber Deichmann, Faber Kastell, dem Unternehmensberater Norman Rentrup. Auf ihren zweijährlich stattfindenden Kongressen für christliche Führungskräfte tummeln sich bis zu 3000 zumeist männliche Unternehmer und Manager.
Auch zahlreiche Bundespolitiker*innen und Staatsbeamte gehören zu ihnen. Ex–CDU/CSU Fraktionschef Kauder, der Ex-Chef der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamtes für Migration Weise sowie die FDP Generalsekretärin Beer .
Die Vernetzung der Evangelikalen und entsprechender konservativer Katholik*innen mit der politischen Rechten findet in ganz Europa statt. Viktor Orban ist gern gesehener Gast auf christlichen Konferenzen. Steve Bannon tourt mit Kardinal Müller und Gloria von Turn und Taxis.
Folgender Link enthält einen guten Hintergrundbericht zur Vernetzung in Europa: http://www.taz.de/efr/2/

3 Die Organisationen der Evangelikalen in Bremen
3.1. Evangelikale Gemeinden und Gemeinschaften innerhalb der Evangelischen Kirche (BEK)
1. Abraham-Gemeinde Anna-Stiegler-Straße 124 Kattenturm Kita
2. Ev. Gemeinde St. Johannes Am Sodenmatt 34 Huchting Kita
3. Ev. Gemeinde zu St. Martini Martinikirchhof 3 Innenstadt
4. Ev. Hohentorsgemeinde Bremen Hohentorsheerstraße 15-17 Neustadt
5. Ev. lutherische Epiphaniasgemeinde Bardowickstraße 83 Vahr Kita
6. Ev. St. Markus-Gemeinde Arsterdamm 12 Arsten Kita
7. Ev. St. Matthäus-Gemeinde Hermannsburg 32e Huchting Kita
8. Landeskirchliche Gemeinschaft Bremen Waller Heerstr. 197 Walle
9. Landeskirchliche Gemeinschaft Blumenthal Neuenkirchener Weg 22 Blumenthal

3.2 Freikirchen in der Evangelischen Allianz
1. Bibelgemeinde Kurt-Georg-Kiesinger Allee 6 Arsten
2. Freie Christengemeinde Bremen Am Mohrenshof 1 Habenhausen Pfingstler
3. Christus-Gemeinde (FeG) Vahr Otto-Braun-Straße 2 Vahr
4. Christus-Gemeinde (FeG) Walle Norderneystraße 5 Walle
5. Ev. Freikirche Gemeinde Gottes Woltmershauser Str. 298 Woltmershausen
6. Freie Christengemeinde Ecclesia Bremen Große Johannisstr. 141 Neusstadt Pfingstler
7. Freie Ev. Brüdergemeinde Bremen Lehrer-Lämpel-Weg 1 Vahr
8. Hoffnungskirche Zietenstraße 59 Walle Baptisten
9. Kreuzgemeinde Bremen Hohenlohestraße 60 Schwachhausen Baptisten
10. Paulusgemeinde Habenhauser Dorfstr. 27-31 Habenhausen KdöR
11. Zellgemeinde Bremen An der Weide 50A Innenstadt
12. Auferstehungsgemeinde Hindenburg Str. 1 Lesum
13. Christusgemeinde Cranzer Straße 22 Blumenthal Baptisten
14. Reformierte Kirche Rekum Pötjerweg 73 Blumenthal / Rekum
15. Freie Christengemeinde AGAPE Schönebecker Straße 15 Vegesack Pfingstler
16. Gemeindezentrum Arche Dillener Straße 96 Blumenthal Pfingstler
17. Haus der Begegnung Schwarzer Weg 92 Gröpelingen Pfingstler
18. Die Heilsarmee Geschwornenweg Neustadt

Zur Evangelischen Allianz gehören weitere 20 Gemeinden von Zuwander*innen, die überwiegend die Räumlichkeiten der Allianz Kirchen aber in einigen Fällen auch von BEK Kirchen nutzen, die nicht in der Allianz organisiert sind.

3.3 Evangelikale außerhalb von BEK und EVAB
Die 16 Pfingstgemeinden in Bremen:
1. Christliche Gemeinde – CCOM Schwarzer Weg 94B Gröpelingen
2. Freie Christengemeinde AGAPE Schönebecker Straße 15 Grohn EVAB
3. Freie Christengemeinde Oslebshs. Oslebshauser Landstraße 18 Oslebshausen
4. Gemeindezentrum Arche Dillener Straße 96 Rönnebeck
EVAB
5. Church of Pentecost (COP) (PIWC) Birkenstraße 34 Innenstadt
6. Pfingstgemeinde – Christ Foundation Birkenstraße 34 Innenstadt
7. Deutsch-Brasil. Gemeinde Bremen Friedrich-Ebert-Straße 35 Neustadt
8. Freie Christengemeinde ECCLESIA Große Johannisstraße 141 Neustadt EVAB
9. Christengem. Word of Faith Chapel e.V. Drakenburger Straße 42 Hastedt
10. Christengemeinde Die Quelle Findorffstraße 26 Findorff
11. Church of Pentecost (COP) Neukirchstraße 86 Findorff
12. Haus der Begegnung – Christengemeinde Schwarzer Weg 92 Gröpel. EVAB
13. Pfingstgem. – Bethel Prayer Ministry International e.V.
AmMohrenhof 1 Habenhausen
14. Freie Christengemeinde Bremen Am Mohrenshof 1 Habenhs. EVAB
15. Pfingstgemeinde Ev. Chris. Assemblies Soester Straße 42a Habenhausen
16. Pfingstgemeinde – The Joy of the Lord Ministry e.V.
Graubündener Straße 12-14 Osterh.-Tenever

3.4 Andere Evangelikale oder fundamentalistische Sekten und Kirchen
1. Mormonen Ricarda Huch Weg Findorff KdöR
2. Methodisten Georg Gleistein Str. 1 Vegesack KdöR

4 Sozialwerke der Evangelikalen
Soziale Diakonische Tätigkeiten haben bei den evangelischen Christen ein lange Tradition. Sie hat immer den Aspekt des „Gottesdienstes“ als auch den Aspekt der Missionierung. Mit den Tätigkeiten für die Menschen sollten diese zum Christentum bekehrt und für die richtige Kirchenströmung gewonnen werden. Im mittelalterlichen Europa besorgte die Kirche die gesamte Armenversorgung und große Teile des Gesundheitswesens. Der Gründer der „Inneren Mission“ Heinrich Wichern bezeichnete diese 1848 als bewaffneten Arm der Kirche gegen die (bürgerliche) Revolution. Eine für damalige Verhältnisse sehr deutliche Ansage, welchen missionarischen und politischen Zweck der Ausbau der evangelischen Wohlfahrt dienen sollte.
Die Mainstreamkirchen Westeuropas, insbesondere die Wohlfahrtseinrichtungen der evangelischen Kirche mit ihren zahlreichen Krankenhäusern, Alteneinrichtungen, Pflegediensten und Jugendhilfeträgern benehmen sich wie ihre weltlichen Konkurrenten auf dem Dienstleistungsmarkt der Wohlfahrts- und Gesundheitsindustrie. Allein die evangelikalen Kirchenverbände treten mit ihren Einrichtungen noch offensiv missionarisch auf.

4.1 Evangelikale im Diakonischen Werk Bremen
Das Diakonische Werk ist der zentrale Wohlfahrtsverband der Evangelischen Kirche. Dieser gehört zu den sechs anerkannten deutschen Wohlfahrtsverbänden. Einrichtungen und Vereine, die dort Mitglied sind, erhalten dadurch die Gemeinnützigkeit. d.h. erhebliche Steuervorteile, da Überschüsse nicht besteuert werden.
Die Sozialwerke der Evangelikalen, das heißt im Klartext missionarische Einrichtungen zur Verbreitung des bibeltreuen Christentums, sind überwiegend innerhalb des Diakonischen Werkes organisiert.
Mehrere bekannte evangelikale Organisationen gehören dem Diakonischen Werk an: Es sind die Heilsarmee, der CVJM, die christliche Elterninitiative, das Evangelische Freikirchliche Diakoniewerk. Der CVJM gehört bundesweit zur Evangelischen Allianz, jedoch nicht in Bremen.
Die Christliche Elterninitiative ist als Betreuungsinitiative zur Verhinderung von Abtreibungen entstanden. Sie gehört zum harten Kern der Evangelikalen und erfreut sich steter Aufmerksamkeit von Olaf Latzel. Die Christliche Elterninitiative unterhält ein Wohnheim mit 15 Appartements. Mit dem Sozialressort der Stadt Bremen gibt es eine Pflegesatzvereinbarung für das Betreuungspersonal und die Bewirtschaftung. Darüber hinaus hat die christliche Elterninitiative drei Kindergruppen im Bremer Westen, die ebenfalls vom Senator für Soziales finanziert werden.
4.2 Evangelikale Einrichtungen außerhalb des Diakonischen Werkes
Das Sozialwerk der freien Christengemeinden, zugehörig den Bremer Pfingstkirchen, unterhält fünf Kindertageseinrichtungen, 3 Wohnprojekte, eine Tagesstätte, mehrere bereute Wohngemeinschaften und eine Reha Einrichtung. Angeschlossen ist die Privatschule Mentor und ein „Christlicher Sportverein“.

Das Sozialwerk der Pfingstler gehört dem Paritätischen Wohlfahrtsverband an. Die Beschäftigtenzahl aller Einrichtungen liegt bei ca. 200 Personen. Es ist die größte evangelikale Einrichtung in Bremen.
Nahezu alle Einrichtungen werden über Pflegesatzvereinbarungen der Krankenkassen bzw. Zuwendungen der Stadt Bremen finanziert.
Zig Millionen Euro aus allgemeinen Steuermitteln für Schwulenheiler.

Das Christliche Reha Haus in Kattenturm ist eine Wohn- und Pflegeeinrichtung mit ca. 100 Plätzen und 50 Beschäftigten. Es gehört der Evangelischen Allianz an. Die Einrichtungen werden über Pflegesätze der Krankenkassen und der Rentenkasse finanziert.

Das Catherinenstift ist ein Alten- und Pflegeheim in Schwachhausen und ist der Evangelischen Allianz angeschlossen.

Bei Neues Land Christliche Drogenhilfe (Sielwall 51) handelt es sich um ein Café und eine Wohneinrichtung mit 6 Hauptamtlichen. Das Wohnheim wird über Pflegesätze der Stadt finanziert. Mitglied er Evangelischen Allianz und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
Das Schwarze Kreuz ist eine Einrichtung zur Betreuung von Häftlingen und ist Mitglied in der Evangelischen Allianz.
5 Schulen
5.1 Freie Evangelische Bekenntnisschule (FEBB)
Die Freie Evangelische Bekenntnisschule an der Habenhauser Brückenstraße gilt als die größte evangelikale Schule in Deutschland. Für den Stadtteil hat sie mit ihrem Grundschulableger und der Oberstufe in der Steinsetzerstraße den Charakter einer Regelschule für den Stadtteil angenommen. Während in Bremen nicht einmal 10 Prozent aller Schüler*innen einen Privatschule besuchen, sind es in Habenhausen, dem Umfeld der FEBB, immerhin 30 Prozent. An der FEBB werden insgesamt 1500 Schüler*innen unterrichtet..
Zugehörig ist eine Grundschule in der Vahr.
Im Biologieunterricht ist die darwinschen Evolutionslehre nur deshalb Teil des Lehrplans, weil dies im staatlichen Abitur gefordert ist. Sonst gilt die Schöpfungslehre.

5.2 Privatschule Mentor
Die Privatschule Mentor (Schwarzer Weg Gröpelingen) gehört zum Sozialwerk der Freien Christengemeinden, Pflingstler hat insgesamt 150 Schüler*innen.

6 Kindergärten
Die Kirchen begreifen ihre Kindergärten als zentrales Missionsinstrument. Dies gilt sowohl für die BEK als auch insbesondere für die evangelikalen Einrichtungen.
Als Beleg für diese These seien hier einige kurze Passagen aus den Konzepten kirchlicher Einrichtungen zitiert. Auf der Webseite der Matthäus Gemeinde (BEK und Evangelische Allianz) in Huchting ist zu lesen:
Dass wir ein evangelischer Kindergarten sind, spiegelt sich in den Inhalten unserer täglichen Arbeit wieder. Eingebunden in eine verantwortliche Pädagogik, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert, sollen sie hören und erleben, dass sie von Gott geliebt werden. Wichtig ist uns hierbei, dass Kinder die bei uns angemeldet sind, an religionspädagogischen Angeboten wie z.B. Kindergartengottesdienste und „Kinderstunden“ in denen biblische Geschichten, Gebete und christliche Inhalte vermittelt werden, teilnehmen.
Bei der Kirchengemeinde Sodenmatt (BEK und Ev. Allianz) hört sich dieser Missionsauftrag wie folgt an:
Auf einfache und spannende Weise lernen die Kinder in altersdifferenten Gruppen einmal in der Woche Geschichten aus der Bibel kennen. Auch das Beten und der Gottesdienst gehören zur religiösen Erziehung.
Stellenausschreibung der Abraham Gemeinde (BEK und Evangelische Allianz) für ihren Kindergarten aus dem Jahre 2015:
In Zusammenarbeit mit dem Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder suchen wir für die Kindertageseinrichtung Abraham zum 01.06.2015 eine/n staatlich anerkannte/n Erzieher/In oder
eine/einen staatlich anerkannte/n Sozialpädagogin/en als Einrichtungsleitung unbefristet mit 38,50 Wochenstunden.
Das Arbeitsverhältnis erfolgt in Zentralanstellung bei der Bremischen Evangelischen Kirche und enthält
anteilige Gruppendienststunden.
Zu Ihren Aufgaben gehören:….

 Pädagogische und religionspädagogische Kompetenz
 Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit, Organisationstalent und Kreativität
 Klares Bekenntnis zu inhaltlichen Grundlagen und Anliegen der Ev. Allianz.

Aus den oben zitierten Beschreibungen und Stellengesuchen ist eindeutig ersichtlich: Es handelt sich um evangelikale Missionseinrichtungen von evangelikalen Kindergärten innerhalb der BEK und der Evangelischen Allianz. Der ausdrückliche Verweis auf ein „klares Bekenntnis“ zu den Inhalten der evangelischen Allianz zeigt: hier sollen Kinder nach dem Weltbild der Evangelikalen erzogen werden, was unvermeidlich zu Homophobie, Ausgrenzung von sexuellen Orientierungen, zum Patriarchat und Anerkennung der Obrigkeit führen wird.

Insgesamt werden 5 solcher Kindergärten innerhalb der BEK und 6 bis 7 in anderen Einrichtungen von Evangelikalen durch die Stadt gefördert. Die Förderhöhe der Einrichtungen liegt bei etwa 90 Prozent.

Zu den evangelikalen Kindergärten gehört auch der Verbund – Cekis – mit insgesamt 5 Kindertageseinrichtungen. Es können dort jeweils zwischen 50 und 70 Kinder aufgenommen werden. Sie sind an die Pfingstkirchen angebunden. Alle Kindergärten werden von der Stadt grundsubventioniert. Auf der Cekis Webseite wird bereits mit der Beitragsfreiheit für die Eltern ab Herbst 2019 geworben. Zwei Kindergärten befinden sich in Gröpelingen, je einer in Walle, der Neustadt und Habenhausen. Damit dürfte dann aus allgemeinen Steuermitteln eine Grundimpfung in Homophobie erfolgen.
Und da bekommen die Kleinen dann aus der Bibel folgendes vermittelt, denn die ganze Bibel, das Neue und das Alte Testament sind das Wort Gottes.

Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen? (4. Mose 31,14-15)
So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben. (4. Mose 31, 17-18)

7 Der Vorstand der Evangelischen Allianz Bremen
In Bremen hat die evangelische Allianz einen örtlichen Vorstand, der sich annähernd paritätisch aus Vertretern der Freikirchen und der evangelikalen Gemeinden innerhalb der Evangelischen Kirche zusammensetzt.

1 Vors. Andreas Schröder Matthäus G BEK
2 stellv. Ingo Bröckel Paulusgemeinde (die Schwulenheiler Zwei)
3 Schriftf. Rüdiger Kurz Abraham BEK Bibel und Bekenntnis
4 Schatzm. Mathias Jander St Markus BEK
5 weit. Vorst. Michael Heitmann Frei Christenge. Br Pfingstler
6 Marco van der Velde Christengemeinde Walle FeG
7 Jugend Fabian Backhaus Epiphanias BEK

8 Evangelikale in der Politik
Zu den bekanntesten Evangelikalen in der Bremer Politiklandschaft gehören:
- Elisabeth Motschmann Bundestagsabgeordnete der CDU (Martinigemeinde)
- Siegrid Grönert Bürgerschaftsabgeordneter der CDU (Paulusgemeinde)
- Eleombo Boyalele Bürgerschaftsabgeordneter der SPD (St. Markus)
- Birgit Bergmann Bürgerschaft, jetzt FDP, gewählt über die CDU Liste (Matthäus Gem.)

Anzumerken ist, dass die Bürgerschaftsabgeordneten von ihren Parteien auf hinteren Listenplätzen positioniert wurden.
Allein das Wahlverfahren mit der Möglichkeit zur Vergabe von 5 Personenstimmen machte dieses Ergebnis möglich. Die Listenplätze auf die Parteien hätten bei gleichem Wahlausgang nur dem SPD Mitglied Elombo Bolayela (Markusgemeinde) einen Platz in der Bürgerschaft gesichert. Sigrid Grönert, schon in der letzten Legislaturperiode in der Bürgerschaft (Paulusgemeinde/Freikirche in Obervieland) wurde von der CDU auf Platz 19 gesetzt. Mit den Personenstimmen kam sie auf Platz 14. Einen noch größeren Satz machte Birgit Bergmann (Matthäus Gemeinde) auf der CDU Liste von Platz 27 auf Platz 16, der gerade noch für den Einzug in den Landtag ausreichte. Für beide hätte es nach der CDU Nominierung nicht gereicht. Die wohl erhebliche Mobilisierungsfähigkeit der bibelfesten Gemeinden hat für reichlich Personenstimmen gesorgt. In Huchting und Obervieland, dem „Bremer Bibelgürtel“, wurden in den Gemeindezentren unmittelbar vor der Wahl Mobilisierungs- und Diskussionsveranstaltungen mit den christlichen Kandidat*innen durchgeführt. Nach der Wahl war der Jubel entsprechend groß. Auf der Facebookseite der Matthäus Gemeinde hieß es: Endlich macht Wählen wieder Spaß.

Zufall oder Teil der Missionsstrategie der Bibelfesten?

Die oben Genannten mögen eventuell einen individuellen Spaß an parlamentarischer Politik haben. Auf jeden Fall sind sie aber mit der ausdrücklichen Unterstützung der Evangelikalen Bewegung versehen. Seit langem werben die Kirchen der Evangelischen Allianz in ihren Reihen für mehr politisches Engagement ihrer Mitglieder. Die Durchsetzung ihrer mittelalterlichen Moralvorstellungen von Familie, Sexualität, Genderfeindlichkeit und Abtreibungsverboten stehen dabei im Mittelpunkt. 
Der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz formulierte in Wahlprüfsteinen zur Bundestagswahl 2013 denn auch deutlich und präzise:
Wir ermutigen deshalb Christen öffentliche Aufgaben vor Ort, wie z.B. in der Nachbarschaftshilfe, in der Schule, an der Universität, am Arbeitsplatz zu übernehmen. Wir bitten auch, entsprechend begabte Mitchristen zum direkten politischen Engagement in Parteien und Parlamenten zu ermutigen und darin zu unterstützen.
Es geht also im Kern darum, die evangelikal–christlichen Botschaften im politischen Raum durchzusetzen.

9 Das Verhältnis der evangelischen Kirche (BEK) zu den Evangelikalen in der EVAB
Zwischen den damaligen Ratsvorsitzenden der EKD, Wolfgang Huber 2003 bis 2009 und den Evangelikalen kam es zu einer Annäherung. Huber war Kuratoriumsmitglied des Evangelikalen Netzes -Pro Christ- und nahm am umstrittenen Christival 2008 in Bremen teil. Dies führte insbesondere dazu, dass die scharfe Abgrenzung zu den Evangelikalen innerhalb der EKD beendet wurde. Selbst in die höchsten Gremien der EKD, Rat und Synode, wurden zahlreiche Evangelikale gewählt. Auch in Bremen sind Evangelikale in zahlreichen vom Kirchenvorstand der BEK berufenen bzw. in Wahlfunktionen der BEK tätig.

Harald Stief aus der evangelikalen St. Markus Gemeinde in der BEK gehört für die Wahlperiode 2013 bis 2018 der zwölfköpfigen Bremer Kirchenleitung, dem Kirchenausschuss der BEK, an.

Aus einigen Schlüsselentscheidungen der letzten Jahre lässt sich erahnen, dass die Leitung der BEK allen voran die Vorsitzende Edda Bosse und der Schriftführer Renke Brahms dazu neigen, den Evangelikalen nahestehende Pastoren mit besonderen Aufgaben zu betrauen. Dies macht sich an Personalbesetzungen fest, die mit missionarischen Intentionen versehen sind. Dazu zwei Beispiele:

9.1 Das Jugendmissionsprojekt Lighthouse
Zum September 2014 wurde Johannes Müller vom Kirchenausschuss der BEK zum Leiter des Jugendmissionsprojekts „Lighthouse“ berufen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Gemeinde mit eigenem Personalentscheidungsrecht, sondern um eine Anstellung bei der Zentrale der Evangelischen Kirche. „Lighthouse“ wurde dann auch in der Ausgabe 11-2014 von „Forum Kirche“, dem Infoblatt für ev. Kirchenaktivisten, mit einer Seite bedacht und Johannes Müller ausführlich vorgestellt. „Lighthouse“ unterhält Gruppenräume für die Jugendarbeit in der ehemaligen Dienstwohnung von Jens Motschmann auf dem Gelände der Martinigemeinde (Pastor Olaf Latzel) und führte einmal im Monat einen Gottesdienst mit Livemusik von bekannten evangelikalen Gruppen durch.

Wer ist Johannes Müller?
Johannes Müller war viele Jahre in der St. Matthäus Gemeinde in Huchting im Jugendbereich hauptamtlich tätig. Der leitende Pastor der Matthäus Gemeinde und Sprecher der evangelischen Allianz in Bremen, Andreas Schröder, ist laut Radio Bremen vom 3.7.2014 mit der Aussage zitierbar „Homosexualität ist von Gott nicht gewollt“.
Johannes Müller besuchte zur theologischen Ausbildung die Bibelschule Brake bei Lemgo. Die Bibelschule Brake gehört zum Netz der evangelischen Allianz und ist eine der zentralen Ausbildungsstätten der Evangelikalen zur Bekehrung der Welt und zur evangelikalen Bibelauslegung. Natürlich werden auch Fachkräfte (Missionare) für die innere Missionierung ausgebildet. Als solcher hat sich Johannes Müller weit über die Grenzen Bremens hinaus engagiert. Seit mindestens 2008 ist er stellvertretener Vorsitzender des Vereins Christival. Christival organisierte 2008 ein heftig umstrittenes Happening in Bremen. Hier sollte es in einer Arbeitsgruppe um die „Heilung der Homosexualität“ gehen. Damaliger Vorsitzender des Christival war Roland Werner (CVJM), der sich selbst „heilte“ und anschließend eine Ehe mit 2 Kindern führte. Seit 2008 muss auch Renke Brahms, damals und heute Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche, Johannes Müller mit seinen Positionen bekannt gewesen sein, denn Renke Brahms saß neben führenden Evangelikalen im Kuratorium des Christival in Bremen.
Das Müller nicht nur homophobe Auffassungen vertritt, wird auch in seinen Predigten deutlich. Laut Taz vom 14 Februar 2014 ließ Müller seine Zuhörer*innen, vor allem die männlichen, wissen, wie Mann seine Frau „jesusmäßig führen und leiten“ kann.

9.2 Evangelikale aus aller Welt in die BEK integrieren
Der Vorstand der Evangelischen Kirche in Bremen (BEK) hat im Herbst 2017 einen weiteren Vertreter der evangelikalen Strömung in der Kirche mit einem zentralen Amt bedacht. Rüdiger Kurz (Netzwerk „Bibel und Bekenntnis“), Pastor der Abraham Gemeinde, die der Evangelischen Allianz (EA) angehört, wurde zum „Beauftragten für Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“ gemacht.

Rüdiger Kurz ließ denn in der Februar Ausgabe 2018 des BEK Forum die Kirchenaktivist*innen wissen, welche Ziele mit seiner Ernennung verbunden sind. Es soll zwischen 100 und 150 Gemeinden von Zuwander*innen, die im weitesten Sinne der evangelischen Glaubensrichtung angehören in Bremen geben. Überwiegend soll es sich dabei um Gemeinden von „Russlanddeutschen“ und Gemeinden afrikanischer Herkunft handeln.
Diese will Kurz in der nächsten Zeit aufsuchen und deren Kontakte zur BEK verbessern.

Will die BEK mit der Ernennung von Kurz ihre durch Austritte und Todesfälle jährlich um ca. 5000 Mitglieder schrumpfenden Reihen auffüllen?

Mit der absehbaren Integration von Zuwander*innengemeinden in die BEK wird sich jedoch der Einfluss der Evangelikalen signifikant erhöhen. Die Gemeinden von Zuwander*innen aus Westafrika und Kasachstan (Russlanddeutsche) gelten als besonders bibeltreu und konservativ. In ihren Heimatländern wie Ghana, Nigeria oder Uganda sind zum Beispiel evangelikale Bischöfe maßgeblich an der Verfolgung Homosexueller beteiligt. Die Bibel in voller Gänze (Altes und Neues Testament) ist dort unverrückbare Wahrheit zur Erklärung der Welt.

Dies dürfte auch für die 12 Leitungsmitglieder der BEK kein Geheimnis sein.
Nach der Ernennung von Johannes Müller für die Jugendmission, jetzt Rüdiger Kurz für die Integration der evangelikalen Zuwanderergemeinden zu bestimmen, lässt Rückschlüsse auf die interne Standortbestimmung der Kirchenleitung zu. Die BEK als Hort linksliberaler Friedensaktivist*innen – dieses Kapitel scheint seit Jahren abgeschlossen zu sein.

10 Schlussbemerkungen
Die Evangelikalen sind in Bremen eine Macht. Zu ihren sonntäglichen Gottesdiensten kommen mehr Menschen als in die Kirchen der restlichen Evangelischen Landeskirche. In vielen Bereichen verstecken sie sich als Vertreter der friedlich liberalen evangelischen Kirche. Ihr Einfluss innerhalb der BEK wird zunehmend größer. Sie besetzen zentrale Funktionen im Apparat und ihre größere Zahl aktiver (fanatischer) Anhänger*innen führt zu einem höheren Gewicht. Sie haben sich mit ihren Schulen und Kindergärten ein großes Rekrutierungsinstrument geschaffen. Dieses wird pikanterweise vom Staat aus den Steuermitteln aller Bremer*innen also auch der Konfessionsfreien bezahlt.

Ist es ein Zufall, dass in Stadtteilen mit einer hohen Verdichtung evangelikaler Einrichtungen und Gemeinden, wie Rönnebeck, Farge Rekum, Huchting und Habenhausen/ Kattenturm überdurchschnittliche Wahlergebnisses für AfD und Bürger in Wut erzielt wurden?
11 Einige Kostproben evangelikal–christlich–autoritären Denkens
Diese Zitate geben einen Einblick in die autoritäre Gedankenwelt der Evangelikalen und ihres christlichen Weltbildes. Die autoritäre christliche Denkstruktur ist nach dem Führerprinzip ausgerichtet. Sie macht den Menschen zum ohnmächtigen Untertanen. Die in dieser Grundhaltung erzogenen Menschen sind mit ihrer Denkweise jederzeit für autoritäre politische Konzepte empfänglich. Dies erklärt die hohe Zusammenarbeit zwischen autoritären rechten und konservativen Christen. Der gemeinsame Gegner sind der Islam, der „Genderwahn“ und die Ehe für alle.
Olaf Latzel: Predigt im Januar 2015
Wir sind nicht die Herren. Wir sind nur Knechte. Wir sind nur Befehlsempfänger. Die Bibel geht soweit, dass Paulus, dass Petrus nimmer wieder davon gesprochen haben, dass sie Sklaven Jesus Christus sind. Sklave Jesu Christi. Wir sind nur Befehlsempfänger ohne irgendetwas. Wir sind nur Werkzeug. Der Herr spricht und wir tun es halt.

Peter Strauch, von 2000 bis 2006 Vorsitzender der Evangelischen Allianz, formulierte am 1. April 2006 auf einer Tagung der Evangelischen Allianz und der Konrad Adenauer Stiftung: 
Jesus Christus ist der Herr (Philipper 2, 9-11). Deshalb gibt es keinen Lebensraum außerhalb seines Herrschaftsbereiches. Wo immer wir sind, was immer wir tun, er ist zuständig. Als „Konsequenz“ daraus formulierte er:
 Der Mensch ist nicht für die Obrigkeit da, sondern die Obrigkeit ist eingesetzt (von Gott) als Rechtsschutz für das Zusammenleben von Menschen (Römer 13, 4). Christen haben ihr zu gehorchen und für sie zu beten (1. Timotheus 2, 2). Die Grenzen des Gehorsams sind dort erreicht, wo das Gesetz der Obrigkeit gegen Gottes Gesetz steht (Apostelgeschichte 4, 19).
Kritische Betrachter*innen würden hier locker herauslesen, dass die Bibelinterpretation der Evangelikalen über dem Grundgesetz steht. Ein Vorwurf, der sonst gewöhnlich gegenüber dem politischen Islam erhoben wird. Es scheint, Evangelikale und politischer Islam sind Brüder im Geiste.

Herausgeber: Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten, IBKA Mitglieder in Bremen.
Facebook.com/relifreihb und Ibka-bremen@web.de

Weitergehende Quellen:
NDR Beitrag, die Schwulenheiler Zwei
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/…/Die-Schwulenheiler-2,sendung370984.html
Link zu einer irrwitzigen Bibelbegründung für die Tötung Ungläubiger: https://www.youtube.com/watch?v=BTahPmtAguI


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