Evangelikale gewinnen Einfluss bei bremischer Kirche

Der Vorstand der Evangelischen Kirche in Bremen (BEK) hat einen weiteren Vertreter der evangelikalen Strömung in der Kirche mit einem zentralen Amt bedacht. Rüdiger Kurz, Pastor der Abraham Gemeinde, die dem Netzwerk der Evangelikalen, der Evangelischen Allianz (EA), angehört, wurde zum „Beauftragten für Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“ gemacht. Diese Botschaft konnten die Hauptamtlichen und Aktiven der BEK dem „BEK Forum, ihrer internen Zeitschrift im Februar entnehmen.
Bereits Ende 2014 hatte die BEK den ebenfalls evangelikalen Prediger Johannes Müller (Mitorganisator des Christival im Jahre 2009 in Bremen) zum Beauftragten des Jugendmissonsprojektes „Lighthouse“ gekürt.

Rüdiger Kurz ließ denn in der Februar Ausgabe des BEK Forum die Kirchenaktivisten wissen, welche Ziele mit seiner Ernennung verbunden sind. Es soll zwischen 100 und 150 Gemeinden von ZuwanderInnen, die im weitesten Sinne der evangelischen Glaubensrichtung angehören in Bremen geben. Überwiegend soll es sich dabei um Gemeinden von „Rußlanddeutschen“ und afrikanischer Herkunft handeln.
Diese will Kurz in der nächsten Zeit aufsuchen und deren Kontakte zur BEK verbessern. Die Evangelische Allianz ist da in Bremen schon ein ganzes Stück weiter. Unter den über 70 Gemeinden und Werken der Evangelischen Allianz in der Stadt Bremen befinden sich schon jetzt 23 Gemeinden, Bibelkreise usw., die migrantische Wurzeln haben. Der größte Teil von Ihnen ist in traditionellen deutschsprachigen Gemeinden eingebunden, die sowohl der BEK als auch der Evangelischen Allianz angehören. Sicherlich ist an einigen Stellen auch lediglich eine Raumnutzung vorhanden, aber die gemeinsame Mitgliedschaft in der EA lässt auf tiefere Verbundenheit und Zusammenarbeit schließen.

Mit der Ernennung von Kurz will die BEK ganz offensichtlich ihre durch Austritte und Todesfälle jährlich um ca. 5000 Mitglieder schrumpfende Reihen auffüllen. Denn ganz allein kommen die evangelischen ZuwanderInnen, weder einzeln noch ihre Gemeinden, in Scharen zur BEK. Die Evangelikalen der EA und einige Freikirchen haben da bereits ausgiebig Erfahrungen gesammelt.

Die Evangelikalen haben sich seit 2015 verschärft der Missionierung von Geflüchteten zugewandt.

Hannover (idea 20.9.2016) – Die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika hat Gott nach Europa geschickt. Diese Auffassung haben Referenten und Teilnehmer auf einem „Tag für Frauen“ der evangelikalen Frauenbewegung Filia (Tochter) und des überkonfessionellen Frauennetzwerks der „Hope For Europe“-Initiative (Hoffnung für Europa) am 19. September in Hannover geäußert. Die russische Evangelistin Schirinai Dossowa (Moskau), eine ehemalige Muslima, sagte im Blick auf die Neuankämmlinge: „Gott macht es uns so leicht, dass wir ihnen das Evangelium sagen.“ Sie gab zugleich Tipps für Glaubensgespräche von Christen mit Muslimen.

Mit der absehbaren Integration von ZuwanderInnengemienden in die BEK wird sich jedoch der Einfluss der Evangelikalen signifikant erhöhen. Die Gemeinden von ZuwanderInnen aus Westafrika und Kasachstan (Rußlanddeutsche) gelten als besonders bibeltreu und konservativ. In ihren Heimatländern wie Ghana, Nigeria oder Uganda sind zum Beispiel evangelikale Bischöfe maßgeblich an der Verfolgung Homosexueller beteiligt. Die Bibel in voller Gänze (Altes und Neues Testament) ist dort unverrückbare Wahrheit zur Erklärung der Welt.

Mit dem evangelikalen Pastor Rüdiger Kurz ist sicherlich der ideale Mensch gefunden worden, diese jetzt noch überwiegend frei agierenden evangelikalen Gemeinden, Gesangs-, und Bibelkreise in die BEK zu integrieren. Allerdings verbunden mit deutlichen Anstieg des Einflusses der Bibeltreuen innerhalb der BEK. Dies dürfte auch für die 12 Leitungsmitglieder der BEK kein Geheimnis sein.
Nach der Ernennung von Johannes Müller für die Jugendmission, jetzt Rüdiger Kurz für die Integration der evangelikalen Zuwanderergemeinden zu bestimmen, lässt Rückschlüsse auf die interne Standortbestimmung der Kirchenleitung zu. Die BEK als Hort linksliberaler Friedensaktivisten – dieses Kapitel scheint seit Jahren abgeschlossen zu sein.

Jetzt gehören der BEK 61 Gemeinden an. Davon sind 7 Mitglied der Evangelischen Allianz. ( Ephiphanias-, Abraham-, St. Markus-, St. Johann-, St. Mathäus-, St. Martini (Olaf Latzel) und die Hohentorsgemeinde. Zusätzlich zählen zur BEK die der EA angehörenden Landeskirchlichen Gemeinschaften in Walle und Blumenthal.


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