Evangelikaler zum Bischof in Sachsen gewählt

Der zum evangelikalen, konservativen Spektrum gehörende Pastor Carsten Rentzing ist am 31. Mai 2015 zum neuen Landesbischof der evangelischen Kirche in Sachsen gewählt worden. Er setze sich mit 40 zu 38 Stimmen im sechsten Wahlgang durch.
Rentzing gehört zu den BegründerInnen der Sächsischen Bekenntnisinitiative, einem Zusammenschluss evangelikaler und konservativer Kirchengemeinden, die sich seit Jahren gegen den Einzug von PartnerInnen gleichgeschlechtlicher Beziehungen in Pfarrhäusern wehrt. Gleichzeitig gehört er zu den Erstunterzeichnern (alles Männer) des Evangelikalen Aufrufs „Zeit zum Aufstehen“.
Eine Kostprobe dieser Positionen findet sich im Text der Bekenntnisinitiative vom 18. April diesen Jahres. Dort heißt es:
- „ Dazu gehört auch unser Verständnis der biblischen Aussagen, in denen die gelebte Homosexualität als Sünde vor Gott benannt wird.
- Wir teilen deshalb die Auffassung der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vom 29. August 2001, wo diese feststellt:
„Die Segnung homosexueller Partnerschaften kommt in unserer Landeskirche mit Blick auf das biblische Zeugnis nicht in Betracht“ und dass „eine homosexuelle Beziehung nicht im Pfarrhaus gelebt und nicht zum Inhalt der Verkündigung gemacht wird.“

Ganz offensichtlich ist diese Position in der Landeskirche in Sachsen mehrheitsfähig. Darüber hinaus belegt die Wahl Rentzings zum Landesbischof, dass die Evangelikalen in der Evangelischen Kirche zunehmend Einfluss gewinnen. So gehören erstmals auch zwei Evangelikale der bundesweiten EKD Synode an.
Auf der letzten Tagung des bremischen Kirchenparlaments wurde mit der Hohentorsgemeinde einer weiteren evangelikalen Gemeinde das Stimmrecht für die nächsten Sitzungen zugebilligt und damit der Einfluss der Evangelikalen gestärkt.